Freitag, 17. Februar 2012

Von Karangahake Gorge zur Manu Bay


Aufgewacht in: Golden Owl Backpackers, Karangahake, 5/5

Nach einer sehr erholsamen Nacht in einem tollen Backpacker, dem besten bisher, wurde ich kurz vor Acht durch Donnergrollen aufgeweckt. Der Wetterbericht vor zwei Tagen hatte noch etwas anderes gesagt, aber das Wetter kann sich hier eben schnell ändern. Bis ich gefrühstückt und geduscht hatte, hatte sich das Gewitter verzogen und einem, für neuseeländische Verhältnisse, sanften Regen Platz gemacht. Karangahake liegt in einer tiefen Felsschlucht und ist berühmt dafür, dass hier einstmals eine der größten Goldminen Neuseelands stand.
Viel Fels, viel Wasser und sehr steil.
Die Hinterlassenschaften des Goldabbaus kann man auf mehreren Walks erkunden und genau das tat ich dann. Meine Super-Duper-Outdoorausrüstung zeigte sich dabei dem neuseeländischen Wetter gewachsen. Die Walks führten zum Teil durch alte Trambahn-, Minen- und Eisenbahntunnel, eine Taschenlampe sollte man dabei haben.
Alte Trambahntunnel.
Fast anderthalb Stunden habe ich mit dem Erkunden der Goldhinterlassenschaften verbracht. Einmal geriet ich in einen Tunnel, der wohl schon längere Zeit nicht mehr begangen worden war, denn plötzlich hatte ich ein riesiges Spinnennetz im Gesicht und die zugehörige Spinne saß auf meiner Brust. Ich hasse Spinnen!
Nachdem der Regen inzwischen aufgehört hatte, nahm ich dann den Karangahake Gorge Historic Walkway in Angriff. Der Weg führt auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse entlang des Ohinemuri River nach Waikino (7 km).
Alte Bahnstation in Waikino. Mit Museumszug (2 Wagen).
Dort aß ich etwas zu Mittag und wanderte dann zurück. Der Walkway war recht langweilig - muss man nicht gemacht haben, aber die Walks kann ich nur empfehlen. Gegen zwei machte ich mich dann auf den Weg nach Raglan. Waikato ist superflach, die Highways führten zum Teil kilometerlang nur gerade aus. Völlig ungewohnt. Auf der Fahrt kam dann sogar die Sonne wieder raus.
Kurz vor Raglan machte ich dann noch einen Abstecher zu den Bridal Veil Falls. Ein wunderbarer Wasserfall, der vom DOC sehr schön erschlossen ist. Ich hatte ihn ganz für mich allein und wäre noch länger geblieben, doch plötzlich wurde es stockfinster und es fing an zu donnern. Ich düste also zum Auto zurück und weiter Richtung Raglan, aber das Gewitter folgte mir nicht. Der Himmel über Raglan war stahlend blau.
Bridal Veil Falls.
In Raglan gab es dann massenhaft junge Leute mir Bärten, Rastas, ausgefransten Hosen, Flipflops und Strohhüten; dazu kamen im Ort zahlreiche Surfschulen und Surfboardverleihe. Außerdem hatte jedes zweite Auto ein Board auf dem Dach. Schön, wenn ein Ort alle Erwartungen erfüllt...
Nachdem ich eine Unterkunft gefunden und noch etwas eingekauft hatte fuhr ich noch ein Stück weiter nach Süden zur Manu Bay. Hier gibt es angeblich "the longest left-hand break in the world". Es waren auch zahlreiche Surfer im Wasser, aber die Wellen wollten nicht so recht. Ich habe den Surfern etwa eine Stunde lang zugesehen und muss sagen: ein langweiliger Sport. Man hängt Minuten im Wasser und wartet auf die Welle, ist die dann da, kann man für 8 Sekunden surfen, bevor man mit einem anderen Surfer zusammenstößt. Dann muss man wieder in die Ausgangsposition kraulen und das Ganze beginnt von vorn.
Manu Bay. Mit Welle und Surfern.
Den Abend habe ich am Strand von Raglan verbracht. Ich habe einfach nichts getan und dann dem Sonnenuntergang zugesehen. Ein toller Tag.
Sonnenuntergang am Strand von Raglan.

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