Aufgewacht in: Seaspray House, New Plymouth (4/5)
Zwei Nächte in einem Ort, das ist völlig ungewohnt. Abends mal nichts auspacken zu müssen...
Der Backpacker hat übrigens zwei Besonderheiten: Zum einen darf man im Haus keine Schuhe tragen. Dafür gibt es in der Lobby ein großes Regal, wo man sie abstellen muss. Zum anderen ist das die erste Unterkunft mit einem vernünftig großen Waschbecken mit - Achtung - Mischbatterie! Alle anderen Waschbecken waren nur schmale Schlitze mit jeweils zwei einander gegenüberliegenden Hähnen für Warmwasser und Kaltwasser.
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| Govett-Brewster Art Gallery in New Plymouth |
Am Vormittag besuchte ich in New Plymouth noch die
Govett-Brewster Art Gallery. Außer mir und zwei Grundschulklassen gab es keine weiteren Besucher. Die Galerie ist nicht sehr groß und könnte locker in einer halben Stunde absolviert werden. Allerdings gab es eine Videoinstallation, die eine knappe halbe Stunde dauerte, so dass ich doch eine ganze Stunde dort war. Die Galerie zeigt zeitgenössische neuseeländische Kunst und besitzt auch zahlreiche Werke von
Len Lye. Dieser war mir seither kein Begriff, scheint aber für New Plymouth wichtig zu sein. An der Uferpromenade steht nämlich ein großes Kunstwerk von ihm gibt: Wind Wand. Allerdings fühlt es sich in dieser Stadt wie ein Fremdkörper an.
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| Bizarre Hügellandschaft auf dem Forgotten World Highway. |
Gegen Mittag machte ich mich auf dem
Forgotton World Highway (SH 43) auf den Weg nach National Park. Auf den gesamten 150 Kilometern des Highway gibt es keine einzige Tankstelle, weshalb man die Fahrt nur mit vollem Tank antreten sollte. Ich habe also in Inglewood zur Sicherheit noch einmal vollgetankt.
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| Brücke auf dem SH 43. |
Der Highway heißt so, weil die Besiedelung in diesem Gebiet mehr oder weniger gescheitert ist und es aus der Sicht von Restneuseeland eine vergessene Welt ist. Zuerst gab es an der Straße noch zahlreiche Milchbauern (dairy farmer), dann kamen nur noch Fleischproduzenten (beef farmer) und zum Schluss gab es nur noch Schafe. Der Radioempfang setzte irgendwann aus und schließlich wurde die Straße zur unsealed road. Der einzig "größere" Ort war
Whangamomona. Das Kaff hat 170 Einwohner. W. hat sich 1989 zur Republik erklärt, man kann sich im Hotel/Pub einen Pass kaufen, oder sich ein Visum in seinen eigenen Pass stempeln lassen...
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| Passport Office der Republik W. |
Je näher ich dem Central Plateau kam, desto schlechter wurde das Wetter. Am Ende des Forgotten World Highway in Taumarunui öffnete der Himmel dann seine Schleusen: ein richtiger neuseeländischer Wolkenbruch. Das Wasser stand auf den Straßen, die Scheibenwischer schafften es nicht mehr, die Frontscheibe frei zu bekommen. Ich bin im Blindflug an den Straßenrand gerutscht und habe erstmal eine Pause eingelegt. Die Kiwis in ihren 4WD ließen sich von dem Wolkenbruch absolut nicht beeindrucken. Die meisten hielten es nicht einmal für notwendig, das Licht einzuschalten...
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| Hobbits Hole Tunnel auf dem SH 43. |
National Park ist ein absolut trostloses Kaff. Im Sommer kommen die Tongariro Alpine Crosser und im Winter die Skifahrer. Außer ein paar Lodges gibt es hier absolut nichts.
So gegen acht Uhr, kurz vor Sonnenuntergang, hörte es auf zu regnen und die Wolken rissen auf. Und da lag er dann plötzlich, der Schicksalsberg,
Mount Ngauruhoe.
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| Mount Doom und Saurons Auge. |
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