Aufgewacht in: Criterion Art Deco Backpackers, Napier (3/5)
Diese Nacht war, im Gegensatz zur vorherigen, sehr erholsam. In der ganzen Stadt war total tote Hose und alles war ruhig.
Am Morgen kam dann der Sommer zurück: keine Wolke am blauen Himmel.
In Napier bestieg ich noch den höchsten Punkt der Stadt, Bluff Hill. Dort blieb ich dann fast eineinhalb Stunden hängen. Grund: direkt unterhalb des Hügels ist der Hafen von Napier. Zuerst habe ich zugesehen, wie ein Containerschiff gleichzeitig be- und entladen wurde, dann kam ein Kreuzfahrtschiff, das von zwei Schleppern an den Kai bugsiert wurde. Die Zeit verging wie im Fluge, der Hügel füllte sich, weniger mit Menschen, mehr mit Hunden. Die Anwohner nutzten den Park wohl um ihre besten Freunde Gassi zu führen und irgendwann waren dann fünfzehn Hunde anwesend. Das war sehr lustig: kaum machte ein Hund sein Häufchen, schon kamen alle anderen Hunde und beschnüffelten es. Das schien wiederum den Hund zu irritieren, denn nun beschnüffelte er auch seinen eigenen Haufen. Schließlich kam das Herrchen und packte die Scheiße ein.
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| Hafen von Napier. |
An diesem Morgen fiel es mir sehr schwer, von Napier Abschied zu nehmen. Es war bislang die schönste Stadt hier in Neuseeland und das Wetter war heute wirklich toll.
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| Blick von Te Mata nach Napier. |
Als nächstes bestieg ich den
Te Mata bei Havelock North. Na ja, angesichts der fortgeschrittenen Zeit übernahm das Auto den größten Teil der Besteigung, nur die letzten fünfhundert Meter absolvierte ich zu Fuß. Die Aussicht war absolut fantastisch, der Abstecher hatte sich wirklich gelohnt.
Havelock North selber ist ein super-posher Vorort von Hastings, in seiner Umgebung gibt es zahlreiche Weingüter. Wenn man zu dem Typ von Mensch gehört, der seine Kinder morgens mit dem SUV in die Waldorf-Schule fährt und abends noch ein Glas Rotwein mit dem Partner konsumiert, lebt man hier sicher sehr angenehm.
In
Hastings machte ich nur kurz halt. Der Ort hat weniger Art Deco zu bieten, hier dominiert mehr die Spanish Mission. Bizarrster Auswuchs davon ist das Hawke's Bay Opera House. Wow, ich war baff.
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| Hawke's Bay Opera House. |
Ein weiteres Highlight: eine Eisenbahnlinie führt mitten durch den Brunnen in der Mitte des zentralen Platzes. Eine gehobenere Stellung kann sich der ÖPNV eigentlich nicht wünschen...
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| Eisenbahn durch den Brunnen in Hastings. |
Von Hastings fuhr ich dann weiter auf die andere Seite der Insel, nach
Wanganui. Als ich gerade nach Palmerston North einfuhr ging plötzlich eine gelbe Warnlampe im Auto an. Sie zeigte die Kontur des Motors. Ein gelber Motor-INOP! Wie konnte ich meinen Urlaub auch einem Ford Focus anvertrauen! Ich fuhr erstmal eine Viertelstunde weiter, mit der Hoffnung, sie würde von selber wieder ausgehen. Tat sie aber nicht. Also hielt ich an und rief den Autovermieter an. Der wollte, dass ich nach Wellington komme, was ich nicht wollte. Also einigten wir uns, dass ich die AA, den hiesigen ADAC, anrufen sollte. Das AA-Callcenter versprach mir einen Techniker in 16 (sic) Minuten. Diese präzise Zeitangabe beeindruckte mich, aber der Techniker war dann schon nach 14 Minuten da...
Der Techniker las nun den Fehlercode aus, öffnete die Motorhaube, schaute sich den Motor oberflächlich an, schloss die Motorhaube und löschte den Fehlercode. Damit ging die Warnlampe aus. Er meinte, ich könne weiterfahren, der Fehler habe mit einem Ventil zu tun, das nicht ordnungsgemäß geschlossen habe, das hätte aber keine schlimmen Auswirkungen. Entweder könne mir beim Abbremsen an einer Kreuzug mal der Motor ausgehen, oder der Kat könne zu heiß werden, dafür gebe es dann aber eine andere Warnlampe. Na super. Ich muss in diesem Auto noch ein paar Tausend Kilometer zurücklegen. Ich warte also gespannt auf die nächste Lampe.
Wanganui ist sehr interessant. Die hiesige Main Street heißt Victoria Avenue und sieht fast so aus wie eine Straße in London. Ist aber alles nur Fassade. Dazu muss man nur mal den Block umrunden, dann sieht man Holzhäuser und viel Brache...
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| Queen Victoria würde sich wohl fühlen... |
Wanganui hat auch ein Opernhaus. Sogar ein königliches. Es ist vollständig aus Holz und in zwei Wochen treten hier ABBA auf. Oder eine ABBA-Coverband. Das ging aus dem Plakat nicht so ganz hervor.
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| Noch ein Opernhaus. Diesmal aus Holz. |