Aufgewacht in: Raglan Kopua Holiday Park, Raglan, 1/5
Surfer stehen wohl spät auf. Zumindest war um 8 Uhr in ganz Raglan noch kein Frühstück zu bekommen. Dafür war der ganze Ort in dichten Nebel gehüllt. Auf der Fahrt zurück in Richtung Hamilton war ich das einzige Auto das nach Osten fuhr. Dafür kamen mir unzählige Fahrzeuge entgegen. Jedes zweite Auto war entweder ein Pickup mit einem Bootsanhänger und einem hässlichen Motorboot oder hatte Surfbretter auf dem Dach. Klar, es war Samstagmorgen, ich war geradenoch rechtzeitig aus Raglan geflüchtet.
Meine Fahrt führte mich weiter nach Süden, zu den Waitomo Caves, berühmt für ihre Glühwürmchen-Höhlen. Da mir eine normale Höhlentour zu langweilig erschien und ich sehr gerne rafte, hatte ich ein "blackwater rafting" gebucht. Der Beginn war wie bei jeder Rafting-Tour: Ausgabe der Wetsuits, Umziehen, Fahrt zur Einstiegsstelle. Bis hierher gab es nur eine kleine Änderung: am Helm war eine Stirnlampe angebracht...
Bei den Rafts handelte es sich um Ein-Mann-Rafts: Schläuche von LKW-Reifen. Paddel waren hierfür nicht notwendig. Die Einstiegsstelle war eher eine Abstiegsstelle: man folgte einem kleinen Bach, der dann plötzlich zwischen Felsen verschwand. Hinter diesen Felsen war ein größere Höhle wo dann die eigentliche Tour begann. Diese fand komplett unterirdisch statt. Zum Teil musste man zu Fuß gehen und die Rafts tragen, zum Teil wurde vorwärts geraftet (mit dem Bauch auf dem Reifen, Kopf nach vorn), meistens aber mit dem Hintern im Reifen, mit den Füßen voran. Einmal wurde ein "Aal" gebildet: alle hintereinander, wobei der Vordermann die Füße des Hintermanns festhielt. Höhepunkt der Tour war ein Sprung von einem Wasserfall: man musste sich rückwärts in seinen Raft fallen lassen, einen 2 Meter hohen Wasserfall hinab. Dieses Manöver wurde übrigens vor dem Einstieg über der Erde geprobt... Auf einigen Strecken ließen wir uns ohne Licht treiben und konnten Tausende von Glühwürmchen bewundern. Sehr faszinierend.
Die Tour unter der Erde dauerte etwa eine Stunde, aber mir kam es länger vor. Gegen Ende wurde es trotz Neo ziemlich kalt. Zum Aufwärmen gab es hinterher eine heiße Dusche, Tomatensuppe und einen Bagle.
Alles in allem war es eine fantastische Erfahrung. Da ich mich in engen Räumen nicht so wohl fühle, hatte ich vorher ein wenig Bedenken. Aber ich war unter der Erde die ganze Zeit so beschäftigt - sei es körperlich, sei es damit, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten - dass für Raumangst keine Zeit blieb.
In Te Kuiti machte ich an einem Cafe halt. Ich wollte noch einmal den Wetterbericht überprüfen. Lohnte es sich, den Taranaki anzusteuern oder nicht? Der Met Service versprach für die nächsten beiden Tage recht gutes Wetter. Also nahm ich den State Highway 3 nach New Plymouth. Die Fahrt führte wieder durch eine absolut atemberaubende Landschaft. Dazu standen am Himmel dicke Cumulus-Wolken, die immer wieder für reizvolle Licht- und Schatteneffekte sorgten.
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| Zum ersten Mal in diesem Blog: der Taranaki. |
Den Abend verbrachte ich mit der Erkundung von New Plymouth. Es ist eine Industriestadt, einen Strand gibt es nicht und der Zugang zum Meer ist zum Teil etwas verbaut.
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| Sonnenuntergang hinter dem Hafen von New Plymouth. |
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| Das Interessanteste in New Plymouth: eine Bushaltestelle. |



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