Aufgewacht in: Six on Union, Rotorua (5/5)
In Rotorua war in Backpackern nichts mehr zu haben, also gönnte ich mir ein Studio in einem Motel. Es ist meine beste Unterkunft bisher, aber auch meine teuerste. Auf jeden Fall ist es völlig ungewohnt ein eigenes Bad oder eine eigene Küche zu haben...
Am Vormittag erkundete ich Rotorua. Die Stadt gibt sich alle Mühe hübsch zu sein, aber es bleibt doch eine Stadt des Massentourismus. Die Haupteinfallstraße, Fenton Street, und die umliegenden Blocks bestehen praktisch nur aus Motels. Auch die Kneipen und Cafes zielen voll auf Touris ("Best European Breakfast in Town"). Das Gleiche gilt übrigens für Taupo. Dort heißt die Motelstraße Lake Terrace. So gut wie alle Touris steuern Rotorua an, Pauschal- und Gruppenreisende werden mit Sicherheit hierher gekarrt. Beide Städte versuchen einem weiszumachen, dass man im Urlaub möglichst viel Geld ausgeben muss: Bootsfahrten, Jet Boat Rides, Duck Tours, Thermal Parks, Maori Shows, Tandemsprünge. Ich mochte beide Städte nicht und würde auch nicht wieder herkommen.
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| Rotorua Museum, das ehemalige Badehaus. |
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| St. Faith von außen. Im Innern durfte man leider nicht fotografieren. |
Unter jedem Schild zur Rainforest Route stand "90 km on unsealed windy road". Nach Murupara wurde dieses Versprechen dann eingelöst. Heftiger Dauerregen, links und rechts nichts außer Wald, eine "Straße" in einem miserablen Zustand, praktisch nur aus Kurven bestehend. Es war nicht unbedingt ein Vergnügen, die Strecke zu fahren. Es war rutschig, das Auto kam immer wieder ins Schwimmen, riesige Schlaglöcher rüttelten einen durch. Ein Ford Focus ist definitiv nicht für eine solche Strecke gemacht. Verluste gab es auch: als ich in Tuai das Auto inspizierte, stellte ich fest, dass ich die linke, hintere Radkappe verloren hatte. Die Managerin der Lodge in Tuai, angesprochen auf die Straße , meinte: "Most people underestimate our road, but we love our road."
Durch den Nationalpark bin ich durchgefahren. Der Regen war einfach zu heftig, es war fast nichts zu sehen.
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| Mokau Falls. |
Tuai war irgendwie der absolute Gegenentwurf zu Rotorua: am Ende der Welt, ich der einzige Touri, an Stelle von fauligen Eiern roch es nach Wald und Regen. Die Managerin des Hotels hat ihren Ort noch nie länger als eine Woche verlassen: "We always plan to go for 2 weeks but return after one. I mean in Auckland they don't even greet you."
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| Tuai Hydro. |
Den Abend verbrachte ich auf der Veranda "meiner" Lodge. Ich war gerade beim Blog-Eintrag vom Vortag, als ein 4WD vorfuhr. Ein Mann, der beim Kraftwerk zu tun gehabt hatte, war auf der Suche nach Infomaterial über die Lodge. Ich konnte ihm nicht weiterhelfen und er kletterte wieder in sein Auto. Doch dann steig er wieder aus und fragte, ob er ein Gebet für mich sprechen dürfe. Als toleranter Mensch erlaubte ich ihm das und er betete für eine gute Reise und meine gesunde Rückkehr.
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| Blick von "meiner" Veranda. |





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