Freitag, 10. Februar 2012

Auckland, Planänderung


Auckland wird die "City of Sails" genannt, jeder vierte Haushalt hat angeblich ein eigenes Boot und der Hauraki-Golf gilt als eines der schönsten Segelreviere der Welt. Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen konnte. Ich hatte einen Tagestrip gebucht der mich in den Golf und einmal rings um Rangitoto Island führen sollte.
Auckland von See her gesehen.

Sollte, denn der Trip wurde vom Veranstalter storniert. Es hatte nicht genug Buchungen gegeben. Sehr schade. Als Alternative wurde mir ein 2-stündiger Harbour-Trip angeboten, den ich dann auch gebucht habe. Allerdings hatte ich damit plötzlich viel freie Zeit. So habe ich zunächst einige Zeit im New Zealand Maritime Museum verbracht. Dort wurde ich vom Modellbauer des Museums angequatscht. Als er hörte, dass ich Deutscher war, hat er gleich mit Stalingrad und der Westfront angefangen, da ich zu diesem Thema aber nicht viel beitragen konnte (oder wollte) sind wir dann schnell auf das Thema Neuseeland abgeschweift und haben uns 20 Minuten sehr angenehm unterhalten.
Harbour Bridge.
Gegen ein Uhr begann dann meine Harbour-Cruise. Das Boot war eine 46er oder 50er, die Crew bestand aus zwei Personen, dazu kamen 15 Gäste. Das Cockpit war rappelvoll. Elf dieser Gäste waren Mitglieder einer koreanische Reisegruppe und außer dem Reiseleiter sprach niemand Englisch. Die Sicherheitseinweisung wurde simultan übersetzt. Wind gab es dann auch nur stellenweise. Oder, wie der Skipper meinte: "Wind is patchy". Wir sollten eigentlich unter der Harbour Bridge durchsegeln, hatten aber leider gerade fallendes Wasser und der Wind war so schwach, dass wir nicht gegen den Tidenstrom ankamen. Also wurde gehalst und in die andere Richtung gefahren wo es auch keinen Wind gab, aber durch den Strom haben wir uns wenigstens bewegt. Der ganze Trip war also eine ziemliche Niete. Der gleiche Veranstalter bietet auch Fahrten auf America-Cup-Yachten an. Da werden dann 30 Leute auf einem Cupper zusammengepfercht. Ich habe den Eindruck, diese kommerziellen Trips sind nur als Event für Landratten geeignet. Wer wirklich Freude am Segeln hat wird da nicht glücklich werden. Was bedeutet, dass der nächste Törn dann auf dem eigenen Boot stattfinden muss. Freiwillige?
Auckland Art Gallery.

Nach dem Harbour-Trip habe ich noch der Auckland Art Gallery einen Besuch abgestattet. Das Museum ist nagelneu und wirklich toll. Die Symbiose aus dem alten Gebäude in französischer Pseudorenaissance und dem neuen Gebäude, das an einen Kauri-Wald erinnert, sowie dem Albert-Park, an dessen Rand das Museum steht, ist wunderbar gelungen.

Ausgestellt werden vor allem neuseeländische Künstler, die sich aber größtenteils damit begnügen, die Stile europäischer Meister zu kopieren. Sehr interessant ist aber die Maori-Porträt-Galerie und der Raum über Moari Modern Art. Letztere zeigt, dass die Maori-Kunst nicht bei den hier überall zu sehenden Schnitzereien und Mustern stehen geblieben ist, sondern lebt und sich weiterentwickelt.
Leuchter müssen nicht immer wie Leuchter aussehen...

Der Freitagabend war wie in jeder anderen Stadt im Sommer. Viele Leute auf den Straßen, in den Parks und Bars, vielleicht etwas gelassener und lockerer als bei uns. Was definitiv anders war: Jugendliche ohne Flaschen. Der Liquor ban scheint tatsächlich zu wirken.
Auckland ist trocken.


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