Mittwoch, 7. März 2012

Über den Haast-Pass


Aufgewacht in: Chateau Franz, Franz Josef (2/5)

Endlich kam ich aus Franz Josef weg. Der Ort war eine totale Niete gewesen. Keine Gletscher-Tour und auch das Chateau war eine ziemliche Nullnummer. Ich war noch in keinem Backpacker mit so vielen Hobos gewesen.
Heute stand wieder eine längere Fahrt auf dem Programm. Nach Wanaka ins Landesinnere sollte es gehen. Beim Wetter hatte der Met Service Besserung versprochen. Als ich aufwachte, tröpfelte es noch leicht, nach dem Duschen war es dann trocken und über die nächsten Stunden verzog sich der Nebel und machte tief hängenden Wolken Platz.
Ich begann den Tag mit einem Morgenspaziergang um Lake Matheson. Wenn es klar ist, soll man von hier eine tolle Sicht auf Aoraki/Mount Cook haben. Na ja, klar war es nicht, aber ab und zu blitzte hinter den Wolken der Gipfel auf.
Lake Matheson.
Aufgrund des besseren Wetters beschloss ich, noch einmal beim Fox-Gletscher vorbeizuschauen. Dieser lag quasi auf der Strecke. Ich wanderte den Chalet Lookout Track, der Spaß machte, eine Flussdurchquerung beinhaltete und einen schönen Blick auf den Fox-Gletscher bot.
Fox-Gletscher in voller Pracht.
Danach ging es ziemlich lange ohne Stopp auf dem State Highway 6 nach Süden. Die Straße verlief größtenteils durch Regenwald und war dementsprechend eintönig. Beim Knights Point stoppte ich kurz, aber der Aussichtspunkt bot das inzwischen gewohnte Westküstenbild.
Die Fahrt über den Haast-Pass machte Spass und ich stoppte unterwegs einige Male an Sehenswürdigkeiten: Thunder Creek Falls, Fantail Falls und Blue Pools. Bei den Wasserfällen hatte sich bei mir inzwischen eine gewisse Sättigung eingestellt. Ich hatte einfach schon so viele gesehen. Die meisten waren in keinem Reiseführer erwähnt, wären in Deutschland aber eine Riesensensation gewesen. Die Blue Pools waren grün, vermutlich weil es in letzter Zeit so viel geregnet hatte.
Fantail Falls.
Auf dem Haast-Pass stoppte ich und erklomm den Haast-Lookout. Das hätte ich mir allerdings sparen können. Die Wolken hingen so niedrig, dass man so gut wie nichts sah. Auf dem Pass traf ich auch ein israelisches Pärchen, das den Bridle Track hochgewandert war. Die Frau fühlte sich nicht besonders und sie wollten nicht wieder zurückwandern und suchten nun nach einer Mitfahrgelegenheit. Da es meine Richtung war nahm ich sie mit und setzte sie bei ihrem Auto ab.
Mit der Überquerung des Passes machte der Regenwald der Westküste einer rauheren, wilderen, steinigeren und trockeneren Landschaft Platz. Der Wind blies kräftiger und es war deutlich frischer. Das Ganze erinnerte ein wenig an Schottland. Die Fahrt vom Pass entlang Lake Wanaka und Lake Hawea war eine der schönsten Strecken, die ich je gefahren bin. Sie lässt sich schwer beschreiben und gar nicht fotografieren. Dafür ist alles zu groß, zu gewaltig, zu urtümlich.
Lake Hawea.
Wanaka ist vom Massentourismus noch nicht ganz erfasst, scheint sich aber auf dem besten Weg dorthin zu befinden. Einerseits ist es noch ein gemütliches kleines Städtchen, andererseits gibt es zahlreiche recht neue, recht poshe Motels und Restaurants.

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