Samstag, 17. März 2012

Central Otago


Aufgewacht in: Ranfurly Lion Hotel, Ranfurly (3/5)

Central Otago ist eine der trockensten Gegenden Neuseelands. Ich habe den präriehaften Charakter ja schon im gestrigen Eintrag beschrieben. Auf dem State Highway 85 ging es weiter durch diese tolle Landschaft. Otago ist auch bekannt für seinen Goldrausch im 19. Jahrhundert. Damals lebten in der Provinz mehr Menschen als auf der Nordinsel. In einer dieser Goldgräberstädte mit ehemals mehreren Tausend Einwohnen, St. Bathans, stoppte ich das erste Mal. Heute lebt hier kaum noch jemand, aber die Goldgräber haben zumindest einen See hinterlassen. Ihr Tagebau ist über die Jahrzehnte mit Wasser voll gelaufen und so entstand der Blue Lake.
Blue Lake.
Er ist tatsächlich von einer schönen blauen Farbe, die Hauptattraktion waren für mich aber die "Abraumhalden" neben dem See. Diese bestehen aus weißem Geröll und bilden eine absolut bizarre Hügellandschaft. Ich war mehr als eine Stunde lang dort unterwegs.
Abraumhalden beim Blue Lake.
Mein nächster Stopp war dann Clyde. Dort sollte es eine süße Wildwest-Stadt geben. Naja, zehn Häuser, muss man nicht gesehen haben. Das Wasserkraftwerk am Clyde Dam war da wesentlich interessanter.
In Cromwell stoppte ich ebenfalls. Als in den 1990ern der Clyde Dam gebaut wurde, verschwand ein großer Teil von Cromwell im Lake Dunstan. Deshalb befindet sich das "Town Centre" in Cromwell interessanterweise am Ortsrand. Einige alte Häuser wurden am neuen Seeufer rekonstruiert, das ganze mutete aber eher nach Disneyland an.
Western Town Cromwell.
Auch die weitere Strecke, entlang Lake Dunstan und über den Lindis-Pass, war wieder sehr "scenic". Das absolute Highlight des Tages stand aber noch bevor: die Clay Cliffs bei Omarama. Es war etwas abenteuerlich dorhin zu kommen. Erst ging es ab vom State Highway auf eine normale Straße, von dieser dann auf eine unsealed road und schließlich stand man vor einem Tor. Ein Schild erklärte, dass es nun auf einer Privatstraße weiterginge und dass man dafür pro Fahrzeug 5 NZD Maut bezahlen müsse. Das Geld war in einen aufgestellten Behälter zu werfen, das Tor musste man selber bedienen. Der Behälter quoll beinahe über vor 5-Dollar-Noten, wirklich dringend schien der Besitzer das Geld nicht zu brauchen und Kriminalität schien in der Gegend auch kein Problem zu sein.
Am Lindis-Pass.
Nach weiteren vier Kilometern auf der noch schlechteren Privatstraße kam ein weiteres Tor. Ein anderer Mietwagenbesitzer hatte hier aufgegeben und das Auto abgestellt. Ich beschloss, einfach mal weiterzufahren. Tatsächlich ging es noch einen Kilometer weiter, die Cliffs waren auch schon zu sehen, dann kam ein Schild "4WD only". Das war der Ford definitiv nicht. Ich musste also mit meinem 2-Bein-Antrieb weiter. Des Schildes hätte es nicht bedurft. Die Straße war in einem so schlechten Zustand, dass nur ein Schwachsinniger mit einem normalen Auto weitergefahren wäre.
Clay Cliffs.
Am Ende der 4WD-Strecke gab es dann einen etwa eineinhalb Meter breiten Spalt der in das Innere der Cliffs führte. Hinter dem Spalt öffnete sich ein etwa 50 Meter durchmessender Kessel, der ringsum von den bizarren Säulenformationen umgeben war. Ich war begeistert. Ich verbrachte mehr als eine Stunde damit, die Cliffs zu erkunden.
Schließlich fuhr ich schweren Herzens weiter. Es waren noch etwa 25 Kilometer bis Twizel, dem Ziel der heutigen Etappe. Die Gegend hinter dem Lindis-Pass, Mackenzie Country, war wieder größtenteils flach und trocken. Als ich mich Twizel näherte, konnte ich in der Ferne Aoraki/Mt. Cook ausmachen. Also fuhr ich an Twizel vorbei bis zum Südende von Lake Pukaki von wo aus man einen fantastischen Blick quer über den See auf den Berg hatte. Lake Pukaki war von einem unglaublichen, unbeschreiblichen Blau, dahinter, auf halber Höhe von einigen Wolken umspielt, majestätisch, Aoraki/Mt. Cook. Ein magischer Anblick. Nachdem ich eine halbe Stunde lang Berg und See bestaunt hatte fuhr ich dann zurück nach Twizel.
Lake Pukaki und Aoraki/Mt Cook.
Der Abend klang mit einem weiteren Highlight aus: dem New York Style Cheesecake von Shawty's. Ich hatte das Restaurant nur aufgesucht, weil es einen Zenbu-Hotspot hatte, aber der Käsekuchen war wirklich wahnsinnig lecker.

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