Dienstag, 6. März 2012

Gletscher im Regen


Aufgewacht in: Chateau Franz, Franz Josef (2/5)

Irgendwie habe ich Pech mit dem Wetter. Es ist nicht so, dass es pausenlos regnet, nein, die Regentage hielten sich bisher im Rahmen. Es regnet leider immer nur dann, wenn ich etwas Besonderes vorhabe. Für heute hatte ich eine Gletschertour auf dem Franz-Josef-Gletscher gebucht. Es hatte schon gestern Abend angefangen zu regnen, es regnete die ganze Nacht hindurch und auch heute sollte es den ganzen Tag regnen. Die Tracks auf dem Eis waren dadurch zu gefährlich und alle Gletscher-Touren wurden abgesagt. Ich saß also um halb Neun morgens in einem absoluten Kaff, musste noch eine Nacht bleiben, es herrschte Dauerregen und hier gab es absolut nichts für Regentage. Na super.
Ich ging zum Bäcker, deckte mich mit allerlei Köstlichkeiten ein und unternahm erst einmal einen Wardrive zum einzigen Zenbu-Hotspot. Der Met Service zerstörte alle Hoffnungen: Regen bis zum nächsten Morgen. Dann würden allerdings einige Sonnentage folgen. Na danke. Ich lud die Blog-Postings der letzten beiden Tage hoch, surfte noch ein wenig im Internet und beschloss dann, meine SDO auf die Probe zu stellen.
Franz-Josef-Gletscher.

Ich fuhr zum Franz-Josef-Gletscher-Parkplatz, legte mein Equipment an und wanderte zum Gletscher. Ich blieb zwar trocken, die SDO funktionierte, aber auf dem gesamten Weg zum Gletscher blies mir der Wind den Regen ins Gesicht. Ich hätte Scheibenwischer an der Brille benötigt. Der Gletscher war ziemlich langweilig und unspektakulär, definitiv keine eineinhalb Stunden durch Wind und Regen wert. Tja, seis drum.
Der Regen erzeugte Hunderte kleine Wasserfälle.
Ich beschloss, auch noch den 35 Kilometer entfernten Fox-Gletscher zu besuchen. Auf der Fahrt dorthin kam zum erstenmal die Heizung zum Einsatz. Als ich auf dem Parkplatz ankam, kam mir eine Gruppe entgegen, die in den Bus von Fox Glacier Guiding kletterte. Hier fanden die Touren wohl statt. Aber glückliche, zufriedene Menschen sehen anders aus...
Der Fox-Gletscher war hübscher, man durfte auch dichter ran. Der Zugang war aber auch gefährlicher: fast die gesamte Strecke bestand Steinschlaggefahr, man sollte so schnell wie möglich passieren, regelmäßige "No stopping"-Schilder erinnerten daran. Gegen zwei Uhr war ich wieder am Parkplatz.
Fox-Gletscher.
Ich hätte noch einige kürzere Tracks wandern können, aber man sah absolut nichts und einfach nur so durch den Regen zu stapfen schien mir auch ziemlich sinnlos. Also fuhr ich zurück nach Franz Josef, tankte und machte mir Gedanken, wie meine letzte Woche hier in Neuseeland aussehen sollte. Der Sprit war übrigens deutlich teurer als im Rest von Neuseeland. Es gibt in Fox noch eine Tankstelle und dann in beide Richtungen für 120 Kilometer keine mehr. Der Markt regelt alles...
Danach kam dann zum ersten Mal mein Kindle zum Einsatz. Ich war seither tatsächlich noch nicht zum Lesen gekommen.

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