Donnerstag, 8. März 2012

Queenstown


Aufgewacht in: Wanaka Bakpaka (4/5)

Ich begann den Tag mit einem Morgenspaziergang auf dem Mount Iron Track. Vom Gipfel des Mount Iron hatte man eine tolle Aussicht über Wanaka und seine Umgebung. Der Track wurde wohl von vielen Einheimischen zum Walken oder Joggen benutzt; fast jeder Mensch, der mir entgegen kam, trug einen Jogginganzug.
Wanaka.
Über die Crown Range ging es dann Richtung Queenstown. Wieder einmal eine Straße durch eine absolut traumhafte Landschaft, die aber auch fahrerisch wieder einmal einiges verlangte.
Mein erster Stopp war an der Kawarau Bridge. Das ist eine alte Hängebrücke über den Kawarau River und es ist auch der Platz, wo das kommerzielle Bungee-Springen erfunden wurde. Inzwischen hatte man eine Kathedrale des Bungees errichtet, 4 Stockwerke hoch erfuhr man alles über diesen merkwürdigen "Sport". Für 180 NZD hätte man vom historischen Ort springen können, wenn nicht der Wind heute zu stark gewesen wäre. Es gab also nichts zu sehen und ich fuhr nach Arrowtown weiter.
Landschaft bei Wanaka.
Arrowtown ist eine alte Goldgräberstadt in der noch zahlreiche Holzhäuser aus der Zeit des Goldrausches stehen. Ich fand es ziemlich enttäuschend. Eine hundert Meter lange Straße, das wars. Die Straße hatte parkende Autos auf beiden Seiten und fahrende in der Mitte, so dass die alten Häuser kaum zur Geltung kamen. Wesentlich interessanter war das Chinese Settlement, wo zahlreiche Schautafeln und rekonstruierte Hütten erklärten und zeigten, wie die chinesischen Digger gelebt hatten. Auch schön an Arrowtown waren die zahlreichen Alleen mit großen, alten Bäumen.
Wild wild west in Arrowtown.
Die Einfahrt nach Queenstown war ein wenig wie ein Schock. Seit ich vor über einer Woche Wellington verlassen hatte, hatte ich nur Dörfer und kleine Städtchen gesehen. Jetzt kam ich wieder in eine "Stadt". Na ja, Stadt ist sehr relativ, Queenstown hat nur 11.000 Einwohner, aber es fühlte sich völlig anders an. Jeder Neuseeland-Besucher stoppt hier und so drängten sich im CBD zahlreiche Menschen und Autos. Wie in Wellington musste ich ein wenig länger nach einem Parkplatz suchen und der war natürlich auch nicht kostenlos.
Ich erkundete die Stadt einige Zeit zu Fuß und fuhr dann mit der Skyline Gondola, einer Seilbahn, auf den Bob's Peak, der Hausberg der Stadt. Von hier aus hatte man eine fantastische Aussicht über Queenstown, den Lake Wakatipu und die Remarkables. Letzte tragen ihren Namen völlig zu Recht, dieser Gebirgszug zog mich sofort in seinen Bann.
Queenstown und The Remarkables.
Auf Bob's Peak absolvierte ich noch den kurzen Skyline Loop Track, der aber ziemlich langweilig war. Ich schaute einige Zeit den Gleitschirmfliegern zu, die von hier aus starteten und auch die Luge-Fahrer waren für einige Zeit recht unterhaltsam. Ein Luge ist ein Dreirad mit dem man einen kleinen Teil des Gipfels herunterfahren kann. Es ist so eine Mischung aus Kart- und Sommerrodelbahn.
Nachdem ich bei meinem Backpacker eingecheckt hatte, machte ich mich auf die Suche nach etwas Essbarem. Ich stieß auf eine Filiale von Hell Pizza und erinnerte mich dunkel, dass Marcus die in seinem Blog des öfteren erwähnt hatte. Also ging ich rein und orderte eine Double Cursed. Von der Menge her musste ich echt kämpfen um alles aufzuessen, vom Geschmack her war es für ein Fastfood-Franchise echt OK. Das Konzept der Kette, Pizza direkt aus der Hölle, ist sehr originell und erstreckt sich bis hin zur Telefonnummer: 0800 666 111. Was die zum Teil auf die Pizzen legen würde jeden italienischen Pizzabäcker laut nach der Mamma rufen lassen...
Als ich danach in Richtung Seeufer schlenderte stieß ich auf einen Cookie-Laden, der gerade Happy-Hour hatte. Cookie-Happy-Hour! Es stellte sich heraus, dass in meinem Magen trotz der Double Cursed noch ein wenig Platz war...
Remarkables in der Abendsonne.
Den Abend verbrachte ich in Queenstown Gardens, einer sehr gepflegten Parkanlage auf einer Halbinsel im Lake Wakatipu. Queenstown Gardens beinhaltet einen Frisbee-Golfplatz mit 18 Löchern Körben so dass man immer aufpassen musste nicht von einer Frisbee getroffen zu werden.
Ich setzte mich schließlich auf eine Bank am Seeufer, direkt gegenüber der Remarkables, und verfolgte das Farbenspiel, das die untergehende Sonne auf die Berge zauberte. Gerade als die Sonne untergegangen war, ging dann der Vollmond hinter den Remarkables auf. Es war absolut magisch. Der Moment währte allerdings nicht lange, denn eine asiatische Reisegruppe kam des Weges, entdeckte den Mond und fing gleich an zu schreien. Ich weiß nicht, aus welchem Land sie waren, aber sie schienen sich nur schreiend miteinander verständigen zu können.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen